Modernes Storytelling
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Vodafone oder Telekom – wer hat das bessere Storytelling?

Modernes Storytelling ist einer unserer Hauptaufgaben. Eine nicht ganz immer eine einfache Angelegenheit. Vor ein paar Minuten gab es die morgendlichen Daily Updates ins E-Mail-Postfach. Heute bekam ich die Nachricht, dass ein neuer Werbeclip von Vodafone mit einer neuen Kampagne verfügbar ist. Und sie präsentieren uns eine Art modernes Storytelling.

Die moderne Geschichte der Liebe – Storytelling à la Vodafone

Es geht wie so häufig um die Liebe. Puh, langsam etwas durchgekaut oder liegt es an meinem staubigen Liebesleben? Der Clip beginnt aus der Perspektive eines Strohhalmes in einem Getränkebecher; aus Plastik … die Kameraführung ist super; wirklich. Der Clip ist mega klar, super angenehm für das Auge. Ein Leckerbissen. Das gibt 10 Punkte für die visuelle Darstellung.

Ein Single-Mann geht mit seinem Fahrrad in den Vodafone-Laden, freundlicher Mitarbeiter lächelt und er sagt  „Hi“. Er kommt in den Fokus, in weißer Schrift „Hi, Vodafone“ als Overlay. Sieht modisch aus. Dann der Einzug. Das könnte fast ich sein. Kartons noch in der Ecke, Hauptsache den Router (natürlich von Vodafone) aufgestellt und Laptop aufgeklappt (ich würde noch die Musik aufdrehen).

Auf dem Balkon nebenan eine Single-Frau und zack – verliebt, umgezogen ins gemeinsame Heim. Natürlich ab zum Vodafone-Händler, ins neue Heim, Router aufgestellt. Nächste Passage, sie ist schwanger, Auszug, Besuch des Vodafone-Händlers mit Baby, Einzug und zack steht der Mitarbeiter aus der ersten Passage mit Router in der Tür.

Den Abschluss bildet der Slogan „Together, we can“ mit abschließender Vorstellung der Produktpalette Internet von Vodafone.

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Die richtige Zielgruppenausrichtung?

Wie bereits zu Anfang erwähnt, Bild und Ton sind wirklich hervorragend. Es ist interessant gefilmt. Sehr hochwertiges Bildmaterial. Texte sind minimal on Point. Transitions sind gut und die Passagen sind weder zu lang noch zu kurz. Da gibt es eigentlich nichts auszusetzen. Außer persönliche Vorlieben.

Die erste – für mich – fragwürdige Entscheidung ist die Ausrichtung der Zielgruppe. Vodafone ist als Telekommunikationsgesellschaft darauf aus, für möglichst viele Menschen als Dienstleister zu arbeiten. Da ist es meiner Sicht nicht sinnvoll, sich auf Zielgruppe zu konzentrieren, die laut Statistiken eindeutig schrumpft. Außerdem sind nicht viele junge Paare in der Lage, in ein Haus zu ziehen.

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Modernes Storytelling ist kein modernes Märchen

Modernes Storytelling bedeutet, eine Geschichte zu präsentieren, die emotional bindet; es sollte eine Geschichte sein, die man kennt, aus dem Alltag, in der ich mich als Kunde wiederfinde und am besten ein positives Gefühl mit der Situation verbinde. Wenn ich nun eine Art Märchen oder Wunschvorstellung nutze, habe ich entweder gar kein Gefühl oder ein negatives Gefühl für die Situation. Etwas anzuschauen, was andere haben, aber ich nicht, findet sich oft in die Kategorie Neid, Eifersucht wieder. Das ist nicht das Gefühl, welches ich nicht mit Werbung auslösen möchte. Natürlich fehlen mir Background-Informationen, um das abschließend richtig beurteilen zu können. Diese Bewertung ist ein oberflächlich.

Vergleich – Storytelling aus dem Alltag vs. optischer Leckerbissen 

Natürlich gibt es auch positive Beispiele. Ich denke da beispielsweise an den aktuellen Clip von der Telekom

Eine Story aus dem alltäglichen Leben. Man findet sich mitten in einer Telefonkonferenz von vier Frauen. Eine der Freundinnen ist im Regen mit dem Auto stehen geblieben und wartet auf den Pannendienst! Sie sprechen ihr Mut zu, bis der Pannendienst eintrifft. Dann wird die tolle Verbindung hervorgehoben.

Die Zielgruppe ist riesig, denn jede Frau, die ein Auto hat, kann mal stehen bleiben und hat Angst allein in der Dunkelheit und ist froh, wenn sie Unterstützung bekommt. Viele kennen auch das Gefühl, wenn sie allein abends nach Hause gehen müssen. Ein anderes Beispiel, aber ein ähnliches Gefühl. Solche Gefühle verbinden. 

So eine ganz klare Situation aus dem Alltag ist perfekt für das moderne Storytelling; kurz, knapp und emotional stark verbindend. 

Modernes Storytelling aus dem Alltag, klarer Vorteil für das Markenimage

Beide Werbeclips sind wirklich gut. Bei Vodafone ist die bildliche Darstellung moderner; ein wenig peppiger. Die ausgewählte Zielgruppe wirkt etwas fragwürdig, aber das ist schwer zu beurteilen. Schwächen liegen im Storytelling. Die gewählte Situation wirkt etwas „too good, to be true“. Im Vergleich zur Telekom geht der Punkt an die Konkurrenz. Das Storytelling ist aus dem Alltag. Stark emotional bindend. 

Abschließend ist hervorzuheben, dass mit gutem Storytelling der Aufbau respektive die Pflege eines Markenimage optimal gelingen kann, wenn man seine Zielgruppe kennt, diese versteht und Geschichten erzählt, die aus dem Alltag der Zielgruppe sind.

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